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Abstandsregeln

Die Grünen haben Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) zum Stopp der Novelle des Gentechnikgesetzes aufgefordert. Seehofer könne «noch so viele Abstandsregeln einführen, trotzdem würde er viele Bauern - konventionelle und den Öko-Landbau sowieso - dadurch ruinieren», sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag). Bei starkem Wind sei nicht zu verhindern, dass gentechnisch veränderte Samenkörner auf andere Felder getragen würden. Die große Mehrheit der Verbraucher wolle laut Umfragen die Agrar-Gentechnik nicht auf ihrem Teller. Die frühere Verbraucherministerin betonte aber: «Forschung müssen wir haben.»

Für die Gentechniknovelle steht eine Einigung zwischen Union und SPD aus. Die SPD-Bundestagsfraktion verlangt eine Verdopplung des geplanten Abstands von 150 Metern zwischen Feldern mit genveränderten und herkömmlichen Pflanzen. Sie warnt wie die Grünen vor einer möglichen Vermischung, die sich auch in Lebensmitteln wiederfindet. Seehofer will die Forschung fördern, beurteilt die wirtschaftliche Anwendung der Gentechnik aber besonders bei kleinen Parzellen skeptisch. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte auf der Grünen Woche in Berlin für die Chancen «grüner Gentechnik» geworben. Sie dürften nicht durch zu große Skepsis behindert werden.

Die Verbraucher-Initiative forderte die Wirtschaft zehn Jahre nach dem Beschluss zur EU-weiten Kennzeichnungspflicht genveränderter Lebensmittel zu mehr Informationen für Konsumenten auf. Die Verwendung gentechnisch veränderter Futterpflanzen führe nicht zu einer Kennzeichnung der damit erzeugten Lebensmittel wie Fleisch, Milch oder Eier. Die Befürworter der Gentechnik, mit der unter anderem Pflanzen wie Mais vor Schädlingen geschützt werden soll, weisen auf strenge Prüfungen hin und halten den Anbau für sicher.

Quelle: Greenpeace

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Freitag, den 26.01.07 |

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