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Der neue grüne Raum

Wir merken es im Alltag. Das Grün kommt in die Städte zurück. "Urban Gardening" ist nur eines von vielen neuen Stichworten, die einen neuen gesellschaftlichen Trend markieren. Gab es früher nur lieblose Pflanzenkübel aus Wachbeton, in denen einige Geranien phantasielos platziert waren, kann man heute Gemüsebete vor öffentlichen Gebäuden entdecken.

Mit Hilfe von "Samenbomben" entstehen auf Seitenstreifen der Straßen wilde Sommerblühwiesen. Auch unser privates grünes Umfeld hat sich geändert. Früher blickte man in Gärten durch Jägerzäune hindurch auf langweilige Rasenflächen, die durch Tuja-Hecken aufgelockert wurden und atmosphärisch eine Friedhofsstimmung verbreiteten. Heute zieht den Betrachter ein blühendes Mandelbäumchen an und lange Sonnenblumen oder große Bananenstauden verbreiten fröhliche optische Botschaften.


Bekanntlich geht es Printmedien heute schlecht. Davon ausgenommen sind grüne Blätter wie das Magazin "Landlust", welches die Ursprünglichkeit des Landlebens publizistisch in die Stadt zurück bringen will. Viele intellektuelle Zeitgenossen lästern jetzt über ein unpolitisches "Grünes Biedermeier" welches sich hier manifestiert. Auch an Volkshochschulen sind die Näh- und Kochkurse, die mit der ursprünglichen bäuerlichen Idylle werden, ausgebucht. Beobachten wir hier den Rückzug in private Scheinidyllen, die mit dem harten Leben der Bäuerin und des Bauern herzlich wenig zu tun haben? Ja und Nein. Wie so oft ist die Situation etwas komplexer.


Schon Ende des neunzehnten Jahrhunderts gab es Schrebergärten, in denen der grüne Zeitgeist abgefeiert wurde. Damals sollten Arbeiter und kleine Angestellte und ihre Familien sich von den Strapazen der Arbeit erholen und wenigstens am Wochenende den dunklen Hinterhöfen entkommen. Am Rande der Städte entstanden Schrebergärten, die auch der Subsistenzwirtschaft dienten. Man sah Hasenställe, Hühnerleitern, Obstbäume und Gemüsebeete. Für das Bürgertum entwickelten sich die urbanen Parks, in denen man, wie früher nur der Feudaladel, flanieren konnte. Etwas später entstanden in den urbanen Zentren Gartenstädte. Im Rahmen von Genossenschaften wohnte man hier in kleinen Wohnungen, hatte aber einen großen Garten zur Verfügung. Heute erlebt auch diese Wohnform eine Renaissance. Das ist kein Wunder, unsere Arbeitswelten sind hektisch und schnellen Wandlungsprozessen unterworfen. Das Burnout-Symptom droht. Daher sehnen wir uns nach Ruheoasen. Zudem sind die Wohnkosten in Ballungszentren auch nicht gerade billig.


Am Schluss noch ein Tipp: Füllen wir diese lauschigen Plätze mit kulinarischen Köstlichkeiten. Lasst uns den Tisch unter der Pergola, von der blühende Rosen hängen, in eine italienische Trattoria verwandeln. Als Antipasti empfehle ich leckere Bruschetta. Als Hauptspeise und Grundlage bietet sich Pasta mit Pesto an. Dazu gibt es raffinierte Verfeinerungen mit frisch geriebenen Pecorino oder kurz in der Pfanne erhitzten Pinienkernen. Tiramisu heißt immer noch das verführerische Dessert aus Bella Italia. Sie haben sicher noch viele andere kulinarische Ideen...

Versuchen wir ein kleines Fazit. Das private Grün und das neue Grün in den Städten ist ein positiver Trend, der unsere Entspannung fördert, aber nicht die Welt verändern kann.

gartenpiraten.net

Georg Lutz ist Politologe und Redakteur und versucht als Ausgleich auch immer wieder als Hobbygärtner.


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Dienstag, den 23.08.16 |

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