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Die Welt bewegen - Konsumentenverantwortung

Wir kennen das, vor der Kasse wollen wir die Welt verändern und an der Kasse bricht der Schnäppchenjäger in uns durch - es zählen nur der Preis und die Versprechungen. Ist das so und kann man solche Handlungsmuster durchbrechen?

Es gibt noch weitere Sätze die, unser Alltagsdilemma auf den Punkt bringen: "Alle wollen zurück zur Natur, doch keiner zu Fuß". Niemand würde in einer Umfrage zugeben er würde es befürworten die ökologischen Grundlagen dieses Planeten zu vernichten. Und doch Handeln wir so, als hätten wir noch eine zweite Welt im Kofferraum. Diese Aussage von Jane Fonda ist auch schon uralt. Es gibt inzwischen unglaublich viele Bücher und Artikel über diese Widersprüche. Auch ich thematisiere an dieser Stelle immer wieder wie wichtig Label wie Demeter, Bio oder Fair sind. Betrachtet man deren Marktanteil, stellt man jedoch ernüchtert fest, dass noch sehr viel Luft nach oben besteht. Können wir nur noch resigniert Abwinken oder einen zynischen Spruch ablassen? Der Homo Sapiens ist von Natur aus eben auf dem Egotrip. Das ist eine anthropologische Konstante.

Der letzte Satz ist falsch. Wir haben in den letzten Jahrhunderten sehr schnell uns verändern müssen und auch können. Am Beispiel des Bedeutungswandels von Arbeit und Zeit können wir das belegen. Die Industriegesellschaft am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts brauchte Selbstdisziplin, klare Regeln und Berechenbarkeit. Ohne diese Eigenschaften wäre keine Eisenbahn gefahren und hätte kein Flissband funktioniert. Die gesamte Familie wurde in ein Zeitregime eingetaktet. In einer Manufaktur oder der Landwirtschaft des 18. Jahrhunderts wäre dies nicht vorstellbar gewesen. Der Kampf um die Arbeitszeit und ihre Bedingungen ist vor 150 Jahren die zentrale gesellschaftliche Auseinandersetzung.

Heute haben wir wieder eine völlig neue Situation vor uns, die uns gewaltige Veränderungsprozesse abnötigt. Es geht nicht mehr die Verkürzung der Arbeitszeit, sondern der Besitz von Arbeit ist der zentrale Punkt. Präsenzkultur mit ihrer Stechuhr war gestern. Wir arbeiten vermehrt Zeit- und Ortsunabhängig. Wer bei Microsoft arbeitet, hat keinen eigenen Arbeitsplatzt mehr, ist aber fast immer Online erreichbar. Arbeit ist Zweck einer individuellen Selbstperformance. Ein Arbeiter des 19. Jahrhunderts, der Arbeit als fremdbestimmte Zumutung wahrgenommen hat, bei der man zu wenig Geld verdient, würde staunend vor dieser Situation stehen, in der lebenslanges Lernen positiv besetzt ist und niemals etwas fertig ist. Inzwischen füllen sich aber die Burn-Out-Kliniken.

Wir Konsumenten brauchen wieder das Innehalten, den Umschwung in eine andere Welt die positiv besetzt ist und das Leben jenseits der Arbeit füllt. Dies gelingt aber nicht mit pädagogischem Zeigefinger wie bei dem "Veggie-Day" geschehen, sondern über positive Vorbilder, an denen wir uns als Konsumenten orientieren können.

Dazu haben wir als Kunden auch mächtige Hebel. Anbieter brauchen die Akzeptanz der Verbraucher, sonst verlieren sie ihre Reputation. Das ist bei industriellen Geflügelanbietern schon geschehen. Die Speerspitze davon ist das Unternehmen Wiesenhof. Sein Ruf liegt am Boden. Wir können uns immer für Alternativen entscheiden. Das wird an diesem Beispiel deutlich.
Auch die klassische Milchwirtschaft ist am Ende. Das jahrelange Motte "Wachsen oder Weichen" und dann noch auf den Export setzen, stößt nun für jeden sichtbar an Grenzen. Wir setzen auf qualitativ hochwertige Bio-Milchprodukte, die eine andere Qualität haben und Bauern ermöglichen nicht mit Dumpingpreisen leben zu müssen.

Es ist einiges in Bewegung geraten. Nehmen wir ein letztes Beispiel, den Textilmarkt. In den letzten Jahren haben viele junge Verantwortungsträger den Sprung in den Markt, mit fair gehandelter Kleidung, gewagt.

Aktionsgruppen wie Foodwatch, die immer wieder Kampagnen anstoßen sind Lobbygruppen, die uns weiter helfen. Es braucht uns nicht bange zu werden.

foodwatch

Georg Lutz ist Politologe, Redaktor und Konsument. Seit er den Krimi von Wolfgang Schorlau "Am zwölften Tag" gelesen hat, ist sein Konsum von Putenfleisch massiv zurückgegangen. Er genießt jetzt seinen Salat ohne Putenstreifen, dafür mit Rucola und Schafskäse.

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Samstag, den 09.07.16 |

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