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Vorfahrt für die Linse

Wer aus schwäbischen Regionen kommt, kennt den kulinarischen Schlachtruf: "Lensa mit Soida, Speck und Schpätzle sind aufm Tisch". Daran scheiden sich bis heute die Geister. Für die einen ist es eine unmögliche Kombination, für die anderen ist es schlicht das Highlight der schwäbischen Küche. Wie lassen sich die unterschiedlichen Positionierungen erklären?

Die Geschichte von Hülsenfrüchten, zu der die Linsen gehören, ist selbst von unglaublichen Konjunkturausschlägen und unterschiedlichsten Zuschreibungen betroffen. Früher waren Linsen ein typisches Arme-Leute-Essen. Nicht nur auf der schwäbischen Alb waren sowohl die Böden als auch die Menschen arm dran. Hülsenfrüchte brauchen nur einen kargen Boden, etwas Regen und Sonne. Auch im Winter, wenn es kein saisonales Gemüse gab, konnte man im getrockneten Zustand auf sie zurückgreifen. Zudem galten Hülsenfrüchte als Fleischersatz und Fleisch kam ja, wenn überhaupt, nur sonntags auf den Tisch.


Heute hat sich der Meinungswind gedreht. Ernährungsgurus wie Attila Hildmann propagieren die kleinen Hülsenfrüchte als gesundes und kulinarisches Highlight. Wer genauer hinschaut, bekommt die positiven Erfahrungen auch bestätigt. Sie haben bei den pflanzlichen Lebensmitteln den höchsten Anteil an Eiweiß. Kombiniert man sie mit Getreideprodukten, zum Beispiel ein Vollkornbrot zum urigen Eintopf, ist die Qualität des Eiweißes vergleichbar wie die von Fleisch. Da haben unsere Urgroßeltern aus der Not eine Tugend gemacht. Zudem enthalten sie viele Ballaststoffe. Dadurch machen sie auch schnell satt. Zudem sind Hülsenfrüchte eine gute Quelle für das Zellschutzvitamin Folsäure, sowie für Magnesium und Eisen. Und es gibt noch mehr Vorteile - Hülsenfrüchte binden nicht nur Wasser, sondern auch Gallensäure. Dadurch sinken die Blutfette im Körper, was dann das Risiko für Herzkrankheiten senkt.

Einige negative Zuschreibungen halten sich trotzdem hartnäckig. So seien Hülsenfrüchte schwer verdaulich und würden zu Blähungen führen. Das kommt wie oft auf die Menge an. Wer den Verzehr langsam steigert und einige Tipps, wie eine ausreichende Kochzeit einhält, ist auf der sicheren Seite. Gewürze wie Lorbeerblatt, Koriander, Kümmel oder Nelke unterstützen eine bessere Verträglichkeit.


Da sind wir schon bei der internationalen Dimension der Linsen, die nicht nur in Schwaben Freundinnen und Freunde hat. Beim Italiener gibt es ein Gericht, bestehend aus Linsen und Teigwaren, die sogenannten spaghetti e lenticchie. Als Alternative zu den Spätzle verwenden die Köche Apuliens klein gebrochene Spaghetti, die sie mit den Linsen in der Soße köcheln. Die indischen Dals sind fast schon legendär. Hier kommen fein püriertes Linsenmus mit Kreuzkümmel, Koriander, Chili und Ingwer zusammen. Spanische Köche hingegen bereiten aus Linsen gerne eine Suppe, in der die typische scharfe Chorizo-Wurst nicht fehlen darf. Die Beispiele könnten fortgesetzt werden und machen Appetit.

In den letzten Jahren gab es einige Skandale, was Hülsenfrüchte betrifft. Immer wieder ging`s um Pestizide, zum Beispiel das berüchtigte Glyphosat. Da waren auch Bio-Linsen aus der Türkei betroffen. Inzwischen gibt es bei Bio-Produkten klare Kontroll- und Monitoring-Programme. Seit diesem Vorfall werden Bio-Linsen und auch andere Hülsenfrüchte regelmäßig auf Glyphosat untersucht.

Georg Lutz ist Politologe und Redakteur. Wenn er mit seiner Familie an das Mittelmeer fährt, hält er auf halber Strecke in der "Linsenstadt" Le Puy. Die grüne Linse von Le Puy (La Lentille Verte du Puy A.O.C.) ist eine bekannte internationale Spezialität, die einen nussigen Charakter hat und er deckt sich gleich mit einigen Packungen ein.


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Mittwoch, den 11.05.16 |

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