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Glaubwürdigkeit statt heiler Welt

Wie jedes Jahr war amorebio an der BIOFACH. An der Leitmesse der Bio- Branche klopfen sich die Verantwortlichen gerne auf die Schulter. Seit Jahren kann man während und nach der Messe ähnliche Medienmeldungen über das quantitative Wachstum lesen. Zweistellige Wachstumsraten und immer mehr Messebesucher werden abgefeiert. Das klingt inzwischen wie das Anwerfen einer tibetanischen Gebetsmühle - ein jährliches Ritual.

Demgegenüber stehen Herausforderungen mit Fragen, die bislang nicht schlüssig beantwortet wurden. Bio und Fair finden Kundinnen und Kunden inzwischen in jedem Discounter. Nische war gestern. Nur, wer sich auf einen Massenmarkt einlässt, spielt dort meist unter fragwürdigen Regeln. Der unbarmherzige Preisdruck wird sehr nüchtern an den Erzeuger weiter geleitet. Früher oder später leiden die Qualität und dann die Glaubwürdigkeit. Klar ist es toll, wenn die Ladenkassen bei Bioprodukten immer öfters klingeln. Allerdings geht die Schere zwischen Bio-Umsatz und dem -Flächenwachstum weiter auseinander. Aus diesem Grund müssen immer mehr Bio-Produkte importiert werden und wir können dann immer wieder von Skandalen lesen - beispielsweise von Dioxinresten in Futtermitteln.


Und was ist eigentlich mit unseren Grundsätzen? Wollten wir nicht vermehrt auf regionale Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten setzen? Inzwischen hat fast jeder Produzent, der normalerweise, wie die Macher der Zuckerbombe Capri-Sonne, sehr konventionell agiert, eine Bio-Linie im Angebot und präsentiert sie selbstbewusst auf der BIOFACH. Passt dies in unsere Wachstumsstrategien?


Es gibt aber auch positive Gegenreaktionen. Die Initiative Ökologische Tierzucht der Dachverbände Demeter und Bioland ist ein Beispiel. Die Verantwortlichen betonen selbstkritisch "Nicht in allen Aspekten sind wir mit Bio schon da, wo wir gerne wären." Ein Beispiel sind die Bioeier und Bio-Puten. Bislang war die Bio-Branche bei Legehennen und Mastgeflügel weitgehend auf Zuchtlinien angewiesen, die für eine industrielle Intensivproduktion entwickelt wurden. Das Thema Bio-Puten ist daher bisher ein Widerspruch in sich. Das soll sich nun durch eigene Züchtungen ändern. Hier stimmt die Richtung und die Konturen von Bio werden wieder geschärft, anstatt sie dauernd zu verwässern.


Zurück zur BIOFACH. Sie ist weiter eine wichtige Plattform für kulinarische Erfahrungen und wichtigen Diskussionen. Wir von amorebio sind in Nürnberg für unserer Kundinnen und Kunden die Trüffelschweine, die neue innovative und genussvolle Produkte aufspüren und glaubwürdige Anbieter herausfiltern. Bei uns finden Produkte ihren Raum, die eine Geschichte haben und deren Anbieter für soziale Verantwortung und faire Produktionsbedingungen stehen. Unsere Kundinnen und Kunden sind Connaisseure, die die Welt genießen, das Savoir Vivre leben, aber gleichzeitig das Weltgeschehen mit einem kritischen Auge betrachten. Das kann manchmal eine Gratwanderung sein, aber dies ist allemal besser als die Vorspiegelungen einer heilen Welt mit glücklichen Bauern, Tieren und Konsumenten, die so nur in einigen Marketingköpfen existiert.


Vor diesem Hintergrund betrachten wir jedes Jahr die Angebote im Rahmen der BIOFACH. Was ist dran an den neuen Trends mit Kokos, Ingwer, Moringa und Chai? Wo gibt es dabei die stimmigen Lösungen? Manchmal betreten wir da auch ungewöhnliche Pfade. So haben wir einen Bio-Gin entdeckt, der uns sehr gemundet hat. Vielleicht finden Sie ihn in den nächsten Wochen auf unserer Plattform.

Wir wünschen viel Genuss beim Kochen, Essen und Trinken.

oekotierzucht.de

Georg Lutz ist Redakteur und Politologe und regelmäßiger Besucher der BIOFACH.

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Dienstag, den 23.02.16 |

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