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Prima Klima - Es gibt viel zu tun

Der Beginn des Pariser Klimagipfels war beeindruckend. So viele Regierungschefs, sie passten fast nicht auf das Bild, mussten immer wieder umgruppiert werden. Und dann die Reden. Alle klangen beschwörend besorgt und verlangten klare Handlungsperspektiven. Barack Obama bezeichnete sich als "Inseljunge". Er ist auf Haiti geboren und einige kleinere pazifische Inseln bangen in den nächsten Jahren schlicht um ihre Existenz. Im Zeichen des Klimawandels steigt der Meeresspiegel. Die Wucht der Argumente und die Emotionalität der Atmosphäre veranlasste die Freunde der fossilen Energie, beispielsweise von der arabischen Halbinsel, sich von der Rednerliste streichen zu lassen. Das Ende des Gipfels sieht dann bei flüchtigem Hinsehen auch gut aus.

Herrscht jetzt prima Klima in Lima und Paris? Nein. Auf solchen Konferenzen erscheinen die Beteiligte wie der Scheinriese Tutur. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer hatten ihn bei ihrer Fahrt mit der Lokomotive Emma durch die Wüste als imposante Erscheinung identifiziert. Je näher unsere Freunde aus den Kindertagen der Figur kamen, desto kleiner wurde sie. So ist das auch mit diplomatischen Vertragstexten. Auf den ersten Blick tönt auch der Inhalt imposant. Auf den zweiten Blick sieht man dann die vielen Klammern um die zentralen Sätze. Jetzt treten die Lobbyisten in Erscheinung und verwässern die beeindruckenden Aussagen und Ziele, vor allem wenn es dann um die praktische Implementierungen in den nationalen Gesetzen geht.

Aber ist nicht ein Fortschritt gegenüber der letzten gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen zu erkennen? Ja, der reine Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie wird in seiner reinen Form nicht mehr so gepredigt. In den Metropolen von Indien und China steigt der Handlungsdruck, da niemand ein halbes Jahr mit Atemmasken durch seine Stadt flanieren will. Insofern kann von Paris ein Signal ausgehen, dem sich aber ein überprüfbarer Prozess anschliessen muss.

Der Lackmustest kommt dann wen die Macht von mächtigen Lobbygruppen angetastet wird. Ganz praktisch: Flugbenzin ist immer noch nicht besteuert und es stellt sich die Frage nach dem Warum.
Die Debatte sollte aber auch eine grundsätzliche im Blick haben. Es geht um das Entropiegesetz. Damit wird die Transformation von verfügbarer in nicht nutzbare Energie bezeichnet. So entsteht bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas Rauch, der nicht mehr in den Ausgangsstoff zurück verwandelt, also nicht mehr in den Naturkreislauf eingespeist werden kann. Historisch hatten die Auswirkungen der Überlastung von Ökosystemen nur regionale Veränderungen zur Folge, zum Beispiel durch das Abholzen der Mittelmeerregionen. Heute gibt es Kipp-Elemente mit globalen Krisenfolgen. Das Verschwinden der Regenwälder, das Auftauen der Permafrostböden oder das Abschmelzen des Nordpols sind dabei die wichtigsten Beispiele. Diese Prozesse haben zunächst kaum spürbare Auswirkungen. Irgendwann kippen sie aber irreversibel um - mit fatalen globalen Folgen.

In solchen Situationen ist die Ohnmacht mit Händen zu greifen, die schnell in Zynismus und Resignation umschlagen kann. Aber gibt es nicht auch positive Beispiele? Das Waldsterben hat sich nicht so katastrophal weiter entwickelt, wie in den achtziger Jahren von vielen prophezeit wurde. Und auch das Ozonloch hat sich nicht unendlich vergrössert. Die Debatte wird nicht nur hier weiter gehen.
Auf jeden Fall haben wir die Freundinnen und Freunde der biologischen und fairen Lebensmittel klare Handlungsperspektiven. Wer den Klimawandel bremsen will, muss die Landwirtschaft auf regenerative Systeme umbauen, sonst werden die schon jetzt sichtbaren Dürren oder Überschwemmungen, weiter zunehmen. Nur Bio-Bauern setzen global auf Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit. Da gibt es aber noch viel Luft nach oben. Die Landwirtschaft verursacht um die 30 Prozent aller klimaschädlichen Emissionen.

Georg Lutz lebt in Freiburg und ist Redakteur und Politologe und hat kalte Winter wie 1962/1963 und heisse Sommer wie 2003 erlebt. Der Blick auf einige Schweizer Gletscher in seiner Kindheit und heute, hat ihn aber vom Klimawandel überzeugt.

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Donnerstag, den 07.01.16 |

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