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Die ganze Welt für uns - Shoppen für eine bessere Welt

Ethisches Einkaufen oder neudeutsch Shopping for a better World schleppt gleich einen ganzen Berg von Anspruchsstichworten mit sich herum. Klar geht es um Bio, Fair und Nachhaltigkeit. Aber auch Slow Food, Vegan oder Superfoods stehen auf der Agenda. Daneben können aber auch Yoga oder allgemein die Erlangung eines besseren Körpergefühls im Raum stehen. Nicht wenigen geht es schlicht um die Verknüpfung des persönlichen Glücks mit der Verbesserung dieser Welt. Das ist ganz großes Kino.

Schalten wir zunächst einen Gang runter. Schauen wir uns nüchterne Trends an. Der Bio-Anteil von verkauften Lebensmittel, ist immer noch mit einer Hand abzuzählen: Er liegt um die knapp fünf Prozent. Allerdings ist damit die ökologische Lebensmittelwirtschaft längst kein Nischenmarkt mehr, sondern ein wichtiges und stetig wachsendes Marktsegment, an dem sich auch gut verdienen lässt. Daher gibt es heute auch in fast jedem Supermarkt eine Bio-Linie. Das Geschäftsmodell der Unternehmen und ihre Wertschöpfungskette haben sich dabei aber bei vielen Anbietern kaum verändert.

Wir müssen leider noch mehr ernüchternde Tatsachen zur Kenntnis nehmen. Es könnten sich, von der Situation der Einkommen her, in Deutschland viel mehr Menschen faire und biologische Produkte leisten. Bei Ketten wie Primark, H&M oder Jack & Jones kaufen aber nicht nur Harz IV Empfänger T-Shirts für drei Euro. Insbesondere die jüngere Generation geht hier gesellschaftsübergreifend shoppen. Woran liegt das?

Ein Klassiker der Soziologie kann uns hier weiter helfen. Thorstein Veblen hat in seinem Hauptwerk "Theorie der feinen Leute" den Begriff Prestige mit der Moderne verbunden. Er hat darauf aufmerksam gemacht, dass Konsum ist kein Selbstzweck ist. Brands stellen aus und stellen dar. Der Marktplatz ist auch ein Schauplatz der Eitelkeiten. Wir inszenieren uns mit unseren Lieblingsmarken. Heute ist das in den Flagshipstores von Weltmarkten wie Apple und Nike besonders zu erleben. Die Atmosphäre erinnert eher an einen modernen Tempel, als an einen Einkaufsladen.

Seit einigen Jahren agieren wir aber nicht nur mehr auf dem analogen Marktplatz, sondern zunehmend auch in den digitalen Welten des Internets. Auch dort geht es um soziale Ideen, Werte und Selbstbestimmung, die uns oft fremdbestimmt übergestülpt werden. Allerdings ist das Internet auch ein soziales Medium in dem wir unser Alltagsleben, Organisationsstrukturen und Botschaften entwickeln. Hier liegt der positive Hebelpunkt, um uns eine bessere Welt zu schaffen. Zunächst entwickeln wir Erwartungen und stellen Forderungen auf, die in politischen Kampagnen müden können. Zum Beispiel sind dies die Onlineaktionen von Campact gegen TTIP und CETA. Es geht aber um viel mehr. Das lässt sich an anhand der Unterstützung für Flüchtlinge in den letzten Wochen beobachten. Früher war dies alleinige Aufgabe des Staates und Großorganisationen wie den Kirchen. Das kann man am historischen Beispiel der DDR-Flüchtlinge im Sommer 1989 belegen. Es gab klare Anlaufstellen und Wege, die trotz hoher Flüchtlingszahlen nicht überfordert waren. Heute organisieren sich die bürgerschaftlichen Flüchtlingsunterstützergruppen im Netz und entwickeln eigenständige Strukturen, Wertevorstellungen und Handlungsmuster. Das ist ein positiver Trend, der aber politisch alles andere als stabil ist.

Im Zuge dieser Entwicklungen erwarten Konsumenten, dass die Unternehmen soziale und politische Verantwortung übernehmen. Sonst ist ihre Reputation gefährdet. Dabei geht es um viel mehr als um das klassische Image. Profil geht vor Profit. Nur ist die Frage, ob das nur ein Mantel zur Verdeckung, sprich Greenwashing ist, oder ob wir als Konsumenten hier wirklich etwas bewegen können. Die kritische Masse, dass sich wirklich etwas ändert ist, so mein Eindruck, noch nicht erreicht.
In wenigen Wochen kommt die neuste Fortsetzung der Star Wars Saga auf den Kinomarkt. "Konsument - Die Macht möge mit Dir sein!" möchte man ausrufen.

Auf jeden Fall gibt es heute im Netz viele Plattformen, auf denen sich kritische Verbraucherinnen und Verbraucher austauschen können. Die folgenden Links sind eine kleine subjektive Auswahl. Auf Ecoshopper und Bonsum ist auch amorebio zu finden.
utopia.de
fairwear.org
fairmondo.de
bonsum.de
grasgruen-himmelblau.com
ecoshopper.de
ishopfair.net (Aktionsplattform)
ecosia.org (Alternative Suche, um noch mehr Plattformen zu finden)

Georg Lutz ist Redakteur und Politologe und sieht Shopping sehr skeptisch, kommt aber durch sein familiäres Umfeld trotzdem öfters damit in Berührung.


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Sonntag, den 11.10.15 |

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