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Da geht was - Solidarische Landwirtschaft

Im Normalfall haben Bauern und Konsumenten herzlich wenig miteinander zu tun. Seit einigen Jahren gibt es eine Bewegung, die ganz praktisch diese Lücke schließt. Es lohnt sich die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) kennen zu lernen.

Solidarität klingt heute fast schon wie eine ausgestorbene Tierart. "Hoch die internationale Solidarität" ist zudem eine verblasste und weitgehend diskreditierte Parole. Viele 68er, die heute schon in Rente sind, wollen mit ihrer Jungendsünde nichts mehr zu tun haben. Auch der "Solidaritätszuschlag" für die östlichen Bundesländer ist für viele eine simple Steuererhöhung, die nicht mehr abgeschafft wird. Konservative Vordenker legen da noch eine Schippe drauf. Solidarität ist für Sie nur vorgetäuschte Hilfe, hinter der ganz andere Interessen stehen. "Das Gerede von der Solidarität ist vor allem politische Propaganda unter dem Deckmantel der Fürsorge", so Reginald Grünenberg. "Wer Solidarität organisiert, kann im Gegenzug praktisch alles verlangen." Schlechte Zeiten für die Solidarität.


Das dem genauso nicht ist, beweist ein gesellschaftliches Experiment mit Ausstrahlungskraft: Die Solidarische Landwirtschaft, kurz SoLaWi. International heisst es Community Supported Agriculture. Solidarität hat hier eine Renaissance verdient. Worum geht es? Kunden wollen nicht mehr Kunden im Supermarkt sein, wo sie in Plastik eingeschweißte Bioprodukte bekommen. Und Bauern wollen nicht mehr von der industriellen Massenlandwirtschaft abhängig sein. Beide wollen sich besser kennen lernen und Transparenz herstellen.

Im Rahmen von SoLaWi bezahlen Kunden nicht mehr für ihre Nahrungsmittel, sondern für die Bewirtschaftung des Hofes. Sie sind keine Kunden im klassischen Sinne, sondern Mitakteure. Sie nehmen den Lebensmitteln ihren Preis und geben ihnen so ihren Wert zurück.


Die Grundidee: Eine Gruppe von Verbrauchern tut sich mit einem Landwirt oder Gärtner zusammen. Dieser liefert den Verbrauchern seine Ernte. Die landwirtschaftlichen Profis sagen wie viel Geld sie übers Jahr benötigen, um die Ernte zu realisieren und ein Einkommen zu haben. Im Gegenzug verpflichten sich die Verbraucher, diese Summe an die Verantwortlichen abzugeben. Die abgenommene Ernte wird dann nach einem Schlüssel verteilt.

Das Modell geht aber noch weiter. Oft steht hinter den Initiativen ein Verein. Die Verantwortlichen stellen ausgebildete Fachkräfte an. Die Vereinsmitglieder zahlen neben einer Einlage beim Vereinseintritt einen im Voraus kalkulierten kostendeckenden Jahresbeitrag. Auf freiwilliger Basis wird auf dem Acker oder im Gemüsebeet mitgearbeitet. Das löst positive Synergien für beide Seiten aus. Die Angestellten oder GärtnerInnen und Landwirte können nach ganz anderen Kriterien wirtschaften. Sie müssen nicht mehr auf Höchsterträge schielen und auf Marktpreise achten. Der Zwang, ständig weiter zu wachsen oder zu weichen ist nicht mehr alternativlos. Dafür kann er jetzt, beispielsweise nach den Demeter-Richtlinien produzieren und samenfesten Sorten die Vorfahrt geben.


Jetzt höre ich aber schon die Einwände. Konflikte sind doch vorprogrammiert, beispielsweise wenn es um freiwilliges Arbeiten geht. Die eine steht auf dem Acker und der andere freut sich auf seine Gemüsekiste. Und überhaupt: Können Amateure und Professionelle überhaupt zusammen arbeiten? Ohne Frage, das Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft ist kein Ponyhof, auch wenn solidarisch drauf steht. Konflikte gibt es. Wer in der Solidarischen Landwirtschaft mit mischt, sollte bei älteren Vereinen einen Erfahrungsaustausch mitmachen. Nicht jeder muss das Rad neu erfinden. Zudem sollten im Vorfeld einige Regeln klar stehen. Das wichtigste Argument ist aber die wachsende Bewegung der Solidarischen Landwirtschaft. Solidarität kann verändern.

Solidarische Landwirtschaft
Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist die zentrale Plattform für Solidarische Landwirtschaft.

abl-ev
Der Webauftritt der etwas anderen bäuerlichen Organisierung in Deutschland, aber mit internationaler Perspektive.

Lebensgarten Dreisamtal
Ein regionales Beispiel aus dem Raum Freiburg.

Hofgruender
Gerade bei Hofübernahmen oder Neugründungen kann die Solidarische Landwirtschaft eine Überlegung wert sein.

Speisegut
In Berlin-Spandau auf einer 3 ha großen Ackerfläche der ehemaligen Hofstelle Havelmaten am Kladower Damm 57, sowie auf 2 ha Apfelplantage in Potsdam, werden die Produkte ausschließlich unter freiem Himmel nach den Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft angebaut.

Georg Lutz ist Politologe und Redakteur und freut sich über die neue wachsende Graswurzelbewegung.

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Donnerstag, den 27.08.15 |

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