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Bio braucht Grenzen und einen Neueinstieg

Bio ist heute ein Massenmarkt. So weit so gut und auch eine Erfolgsgeschichte. Allerdings wird Bio heute oft so konventionell produziert, wie klassische Lebensmittel. Wer Bioware für große Discounter anbietet, hat sich an Regeln zu halten und ist gleichzeitig einem riesigen Preisdruck ausgesetzt. Die Normierung steht ganz oben auf der Agenda. Die Welten der Bio-Kleinbauern, die mit saisonal wechselnden Produkten und kleinen Mengen die klassischen Bioläden beliefern, sind in den letzten Jahren in den Hintergrund gedrängt worden.

Bio ist heute ein Massenmarkt. So weit so gut und auch eine Erfolgsgeschichte. Allerdings wird Bio heute oft so konventionell produziert, wie klassische Lebensmittel. Wer Bioware für große Discounter anbietet, hat sich an Regeln zu halten und ist gleichzeitig einem riesigen Preisdruck ausgesetzt. Die Normierung steht ganz oben auf der Agenda. Die Welten der Bio-Kleinbauern, die mit saisonal wechselnden Produkten und kleinen Mengen die klassischen Bioläden beliefern, sind in den letzten Jahren in den Hintergrund gedrängt worden.

Es stellt sich die entscheidende Frage für Produzenten, Anbieter und Konsumenten: Ist immer Bio drin, wenn es auf dem Produkt aufgedruckt ist? Genau hier liegt auch das Einfallstor für Skandale, die immer wieder, auch an dieser Stelle, medial aufgegriffen werden. Futtermittelskandale stehen ganz oben auf dem Ranking. In den letzten Jahren haben wir in Politmagazinen im Fernsehen wie Panorama oder Fakt immer wieder gesehen, wie die heilen Biowelten auseinander gepflückt wurden. Man sieht gequälte Tiere in Ställen und ausgebeutete Landarbeiter in Agrarwüsten, das alles unter der Überschrift Bio. Auch die aktuelle Sendung "Die Bio-Illusion" bei Arte ging in diese Richtung. Für den Macher der Sendung Christian Jentzsch sind Bioanbieter entweder skrupellose Kapitalisten, die eine erfolgreiche Marktnische zum Massenmarkt trimmen, oder immer noch die verschrobenen Freaks der Generation Birkenstock.


Jetzt kann man einwenden, dies sei doch reine Besserwisserei, die der klassischen Agrarlobby in die Hände spielt, richtige Fragen stellt, aber falsche Antworten gibt und die Vorteile von Bioprodukten in einem Meer von moralinsauren Argumenten ertränkt. Dieser Einwand ist richtig, allerdings entlastet er uns nicht von der Beantwortung der Frage, wie wir damit umgehen, wenn aus einem Nischenmarkt ein Massenmarkt wird. Auf der zentralen Biomesse, der Biofach, gibt es inzwischen Anbieter wie Capri-Sonne oder Südzucker. Wollen wir dazu nichts sagen?

Die Entwicklung ist nicht alternativlos. Produzenten, Anbieter und Kunden haben es in der Hand Zeichen zu setzen. Das ist leider nicht einfach. Das beginnt schon bei der Zertifizierung, den Öko-Vorschriften und verschiedenster Label. In der EU sind diese Ergebnisse von Kompromissen und hochkomplex. Aber wie wäre es beispielsweise öfter auf Demeter zu setzen? Die Mindeststandards der EU findet man inzwischen in fast jeden Supermarkt. Die Label von Demeter und Bioland sind da schon anspruchvoller und wir als Konsumenten auf der etwas sicheren Seite.

Ausruhen auf anspruchsvolleren Labels ist aber nicht ausreichend. Kommen wir zu einem leidvollen Beispiel, der Putenmast. Auf den ersten Blick haben es Bio-Puten theoretisch besser. Sie haben auf dem Papier mehr als doppelt so viel Platz und mehr Auslauf pro Tier. Zudem werden ihre Schnäbel nicht verstümmelt und sie bekommen Biofutter. Trotzdem bekommen wir immer wieder die Ekelbilder gezeigt. Die üblichen Zuchthybriden sind schon vom Anfang ihres Lebens qualvollen Situationen ausgesetzt. Die angezüchtete große Brust führt unweigerlich zu bleibenden Gelenkschmerzen, sie kippen nach vorne. Artgerechtes Verhalten, wie es die Biophilosophie vorsieht, ist kaum möglich. Am Schluss ihres kurzen Lebens, liegen sie nur noch, weil das die für sie schmerzärmste Position ist. Auch dadurch ist der Einsatz von Antibiotika fast immer gegeben. Leider gibt es kaum alternative Angebote auf dem Markt.

Das ist auch aus Sicht von amorebio nicht zu verantworten. Wir stehen aktuell im Austausch mit unseren Lieferanten und den Herstellern, um die weitere Vorgehensweise zu klären und haben aber vorab das Putenfleisch ausgelistet.

Es gibt einige Anbieter wie der Bauckhof, die mit verschiedenen anderen Putensorten experimentieren. Wir verfolgen diese begrüßenswerten Aktivitäten und wenn sich die Situation ändern sollte, nehmen wir Putenfleisch auch wieder auf.

Es geht aber nicht um das Setzen von Grenzen, sondern um Neuerungen, die uns von den üblichen Zwängen des Massenmarktes entlasten. Als weiteren Schritt setzen wir auf einen neuen Lieferanten, der Firma Weiling. Dafür haben wir gute Gründe. Die Weiling GmbH befindet sich bis heute in Familienbesitz. Fremdes Kapital und damit auch Mitspracherechte von außen sind nicht vorgesehen. Die Verantwortlichen machen nicht mit eigenen Verkaufsstellen, den eignen Kunden Konkurrenz. Die Weiling GmbH verkauft nur im Biofachhandel. Zudem ist die eigene "BioladenMarke" keine Billig-Bioware, sondern punktet durchgehend mit Qualität. Ein wichtiges Zeichen für die nachhaltige Kundenkommunikation ist der Betrieb einer eigenen Akademie für die Fortbildung der Kunden.

Georg Lutz ist Politologe, lebt in Freiburg und wundert sich nicht mehr über die vielen Bio-Supermärkte.



www.biosiegelvergleich.de
www.bauckhof.de
www.weiling.de

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Sonntag, den 15.06.14 |

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